WhatsApp, Facebook & Co.

Beim Literarischen Wettbewerb des Amtsgerichts Leipzig haben Schülerinnen und Schüler des BIP Kreativitätsgymnasiums Leipzig wieder vordere Plätze belegt.

Katharina Stephan: 1. Preis der Klassenstufe 5/6
Clara Frische: 2. Preis der Klassenstufe 5/6
Maria Klemm und Helen Taubert: 3. Preis der Klassenstufe 5/6

Die beiden zuletzt genannten Schülerinnen teilen sich den dritten Preis mit einer Schülerin der Johannes-Kepler-Schule.
Alle Texte unserer Schülerinnen der Klassenstufe 6 sind in der Begabtenförderung entstanden.

Eva Schubert erhielt in der Klassenstufe 9/10 den 2. Preis für ihre beiden eingesandten Texte, konnte jedoch leider nicht zur Preisverleihung kommen, weil sie auf Klassenfahrt war. Frau Kahlo hat für sie den Preis entgegengenommen.

 
Nachtruhe

(Eva Schubert)

Nacht. Es ist kurz vor elf. Ich bin ganz entspannt. Ich bin kaum noch wach. Ich konzentriere mich auf meine Atmung,

während ich langsam, ganz langsam in den Schlaf gleite.

Bssst.

Eine Vibration.

Und das ganze Zimmer ist erleuchtet.

Oh nein.

Ich drehe mich auf die Seite, lege die Hände unter den Kopf. Es ist nichts. Nur eine Push-Message einer unwichtigen

App. Ich bleibe liegen. Das Echo des Geräusches hallt in meinem Kopf nach.

Das Licht erlischt.

Nur die Erinnerung an ein Update. Nur eine Spam-Mail. Nur Snapchat. Es ist nicht wichtig. Auf keinen Fall. Es ist kurz

vor elf. Was kann schon wichtig sein um kurz vor elf? Ich presse die Augenlider zusammen, ziehe mir die Decke bis

zum Kinn. Nicht heute.

Bsst.

Licht.

Oh nein. Oh nein.

Noch eine Nachricht, oder? WhatsApp. Oder sogar SMS. Es ist nur eine Nachricht. Genauso unwichtig wie die davor.

Genauso nichtssagend. Ich weiß es. Es gibt keinen Grund, zu reagieren. Ich muss jetzt schlafen. Morgen ist wichtig.

Morgen muss ich wach sein. Ich kann es morgen lesen. Ja, morgen ist auch ok.

Nicht heute. Nicht schon wieder. Das Licht erlischt.

Die Decke ist zu kurz. Kalte Füße. Ich wälze mich herum, das Gesicht zu meinem Nachttisch. In der Dunkelheit sieht

man nur den Umriss, nur das schwarze Viereck. Nur dreißig Zentimeter entfernt. Dreißig Zentimeter entfernt von

der Wahrheit. Ich kann bis morgen warten. Ja, ich könnte bis morgen warten. Aber diese Nachricht könnte wichtig

sein. Oder auch nur halbwichtig. Ich könnte sie jetzt wissen wollen.

Was wenn Deutschland plötzlich pleite ist? Wenn Instagram jetzt Geld verlangt? Wenn meine Freundin Hilfe

braucht? Ich kann sie doch nicht enttäuschen? Was wenn…

Bssst.

Nein. Du hast es dir geschworen. Nicht heute. Nicht schon wieder. Dreißig Zentimeter. Komm schon.

Im grellen Licht erkenne ich mit müden Augen das grüne Symbol. WhatsApp. Nur WhatsApp. Es ist kurz vor elf. Was

kann um kurz vor elf schon wichtig sein? Es ist nichts.

Was kann um kurz vor elf unwichtig sein?

Dreißig Zentimeter.

Mein Arm bewegt sich und streckt sich nach dem leuchtenden Viereck. Und kurz bevor der Bildschirm wieder

erlischt, streicht mein Daumen darüber und gibt den Entsperrcode ein. Nur schnell checken. Die Chatübersicht zeigt

zwei neue Nachrichten. Meine Augenlider gegen das helle Licht zusammengezwängt, öffne ich die erste, eine

Gruppe.

"Lol". Emoji.

Ich tippe ":D" in die Zeile und sende die Mitteilung.

Und öffne den zweiten Chat, seinen Chat, meine Augen kaum noch offen, noch immer auf dem Rücken liegend.

"Bye", hat er geschrieben.

Ich tippe "Bye". Emoji.

Die Zeile am oberen Rand des Bildschirmes zeigt das Instagram-Symbol.

Drei Zentimeter über meinem Daumen. Drei Zentimeter.

Es sind nur Bilder. Keine Nachrichten. Es ist unwichtig.

Ich drücke den Sperrknopf und das Zimmer ist wieder dunkel. Meine Augen entspannen sich, Müdigkeit strömt

zurück in meinen Körper. Was wenn?

Oh nein.

Eine Stunde später zeigt die Leiste ein Flugzeug.

Es ist kurz vor zwölf.

 

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