Comenius-Reise nach Belgien

Vom 15. bis 20. März 2014 reisten Maria, Elisabeth aus Klasse 11/II und Jakob aus der Klasse 10a in Begleitung von Frau Naumann und Frau Cernohorsky zum letzten Arbeitstreffen unseres europäischen Radioprojektes nach Kortrijk in Flandern/Belgien.

Da Belgien keine Insel ist, nutzen wir die Möglichkeit, das europäische Eisenbahnnetz ein wenig auszuprobieren. Dazu begann unsere Reise am Morgen des 15. März 2014 am Leipziger Hauptbahnhof. Zunächst per ICE ging es mit Umsteigen in Frankfurt über die Grenze nach Brüssel. Mit zwei weiteren Zügen erreichten wir den Bahnhof der belgischen Stadt Kortrijk nach Sonnenuntergang. Dort wurden wir von zwei belgischen Lehrkräften, Maruja und Anja, herzlich empfangen und zu unserer Unterkunft begleitet, einem Hostel in der unmittelbaren Nähe des Bahnhofes und der Innenstadt. Einige Gruppen aus den anderen Ländern waren bereits eingetroffen, andere sollten wir erst am nächsten Tag kennenlernen. Noch völlig ohne Orientierung und ziemlich müde starteten wir in den ersten Tag vor Ort. Wir brachen nach Ypern auf, eine weitere kleine Stadt in Westflandern. Diese und viele weitere Städte der Region haben sehr unter dem ersten Weltkrieg gelitten. Ypern wurde fast vollständig zerstört. Im Umkreis der Stadt zeugen einige Soldatenfriedhöfe und Gedenkstätten von den Grausamkeiten. Wir besichtigten zunächst eine Gedenkstätte mit dazugehörigem Museum, welches uns die Atmosphäre mithilfe von begehbaren Schützengraben und unterirdischen Anlagen verdeutlichte. Danach besuchten wir zwei Soldatenfriedhöfe: einen britischen Soldatenfriedhof und einen, der deutschen Gefallenen gewidmet war. Zum Zeichen des Friedens wurden auf dem deutschen Friedhof zwei englische Soldaten gewürdigt, auf dem englischen wiederum zwei Deutsche. Im Anschluss besichtigten wir die Innenstadt von Ypern. Nachdem wir realisiert hatten, dass Sonntag war und damit alle Geschäfte zu hatten, entscheiden wir uns also dazu, unsere Freizeit im Park zu verbringen.

Am nächsten Tag hatten wir zum ersten Mal die Möglichkeit, die Schule unserer belgischen Kollegen zu besichtigen. Im Grunde ähneln Aufbau und Optik der Schule dem handwerklichen Zentrum in Borsdorf, an dem die Schüler der Klassen 7 und 8 ein Praktikum absolvieren. Unser Schlüsselereignis dieser Reise allerdings war die "Students' Night" bzw. "Teachers' Night". Das Konzept war einfach, aber genial: Alle Lehrer verlassen das Hostel für einen Abend und überlassen den Schülern unter der Führung der belgischen Jugendlichen sich selbst. Dies endet zwangsläufig entweder in einer stinklangweiligen Stubenhockernacht, in purer Anarchie oder einer ziemlich langen, kommunikativen Nacht. Letzteres war bei uns der Fall. Bisher hatte sich vor allem das norwegische Team von allen anderen abgeschottet, eine Unterhaltung war schon aufgrund der Gruppenstärke von sechs Personen nicht einfach. Auf jeden Fall führte dieser Abend dazu, dass erste Bekanntschaften, Freundschaften und Beziehungen fruchten konnten. Besonders zu eben jenen Norwegern entwickelten sich diese Verhältnisse in unserer Gruppe, genau wie zu den Schülern aus Tschechien. Genau wie beim Treffen in Leipzig besaßen die Norweger einen ausgesprochen flachen und einfachen Humor, der perfekt zu unserem passte.

Mit dem Zug ging es am nächsten Tag nach Brüssel. Nachdem die Lehrer zu ihrem eigenen Rundgang aufgebrochen waren, machten wir Schüler uns mit Ilse und Jo, den belgischen Lehrerinnen, und einigen belgischen Schülern auf eine Comic-Stadtrallye. Unsere Aufgabe war es, Comics, die an Hauswände gemalt waren, ausfindig zu machen. Nach der obligatorischen belgischen Waffel trafen wir uns mit den Lehrern. Nun machten wir uns nun auf den Weg zum Europäischen Parlament. Nach einer halben Stunde erreichten wir den Eingang des Gebäudes. Nachdem wir die Sicherheitskontrolle passiert hatten, fanden wir uns erwartungsvoll in einem Vortragssaal ein. Dort gab es einen Vortrag über die Organe der EU. Nach einer Menge "Familienfotos" (Gruppenfotos) machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof und fuhren zurück nach Kortrijk. Der Abend gestaltete sich ebenfalls sehr kommunikativ. Nach individuellem Abendessen reichten die Gespräche zwischen allen bis spät in die Nacht. Nachdem alle registriert hatten, dass es schon der letzte Tag war, begann der Mittwoch mit einem viel zu zeitigem Frühstück. Die Lehrer durften ausschlafen, aber wir machten uns bereits zeitig in die Stadt auf, um die Interviews für unsere Radiosendungen zu machen. Anschließend wurden wir wurden wir in die Schule gefahren, um die Radiosendungen zu schneiden. Der Nachmittag begann mit Sport und Kreativität. Wahlweise konnte jeder ein Scrapbook gestalten oder an einem Tischtennisturnier teilnehmen. Einige Schnitte und Leimstriche später entstand zwar ein Buch, nur fehlten die Fotos, denn diese muss jeder noch zu Hause einfügen. Danach machten wir ein letztes Mal die Shopping Mall der Stadt unsicher. Am Abend hatten unsere belgischen Kollegen zu einer Party geladen. Begonnen mit typisch belgischen Fries und wahlweise Fleisch dazu, über zwei Freigetränke kam es dann zum Höhepunkt des Abends – ein Karaokewettbewerb. Ob nun Lehrer gegen Schüler, Schüler gegen Schüler oder auch Lehrer gegen Lehrer sang, der Raum war erfüllt von nicht immer so schönen Klängen der Karaokemaschine. Als wir am Ende des Abends angelangt waren, hieß es Abschied nehmen von den belgischen Lehrern. Nach dem Rückweg zum Hostel folgte das Abschiednehmen von allen anderen, einmal, zweimal, dreimal … - ob nun Gruppenkuscheln oder Handschlag, alle hatten sich in den wenigen Tagen lieb gewonnen. Nicht, dass wir dann ins Bett gegangen waren. In fröhlicher Runde saßen wir bis spät in die Nacht zusammen, erzählten, lachten, lernten Tricks und nahmen abermals Abschied.

Am Donnerstagmorgen, nach viel zu wenig Schlaf machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Bahnhof. Von Kortrijk ging es nach Gent, von Gent nach Brüssel, von dort wieder nach Frankfurt und schlussendlich nach Leipzig. In der Umsteigezeit in Frankfurt am Main wurde es dann noch einmal knapp. Durch Verspätung des Zuges aus Brüssel wurde aus einer Stunde Aufenthalt eine Zeit von Minuten, aus Ruhe wurde Rennen. Glücklicherweise erreichten wir den Zug nach Leipzig noch rechtzeitig. Am Hauptbahnhof in Leipzig endete dann die Reise nach Belgien (15.03.–20.03.2014) und wir können mit Recht sagen, dass es ein paar ereignisreiche Tage waren. Von Handyverlust der Tschechen, über zu späte Nudeln und fehlgeschlagene Interviews, bis hin zu wunderbaren Momenten mit den Schülern der anderen Länder war alles dabei.

(Jakob, Maria und Elisabeth)

 

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