Die verlorene Note

Aus der dunklen Tiefgarage führt eine Rolltreppe in den lichtüberfluteten hellen Innenhof. Ein Einkaufszentrum? Wände und Dach sind komplett aus Glas. Die große rechteckige Wasserfläche fällt ins Auge. Sie ist mit hellgrauen Granitplatten eingefasst, auf die man sich setzen und ausruhen kann. Das Licht hat die Platten aufgeheizt und macht sie angenehm warm.

Etwas ist anders als sonst. Eine aufgeregte, energiegeladene Stimmung umgibt den zufälligen Passanten. Es sind offensichtlich Eltern und Großeltern mit ihren Kindern, die sich hier aufhalten. Die Kleinen tragen bunte Schulranzen und sind in großer Zahl zu sehen. Mit auffallend wachem Blick schauen die Kinder durch die Gegend und nehmen viele Details wahr. Sie strahlen eine Energie aus, die jeder Anwesende bemerken muss. Dann rennen sie urplötzlich los. Die Eltern sind nun noch aufgeregter. Etliche ermahnen ihre Kinder: „Bleib hier, du sollst nicht wegrennen“ hört man im Sekundentakt, nicht nur in deutscher Sprache.

Vor dem Eingang zur Dresdner Comödie verdichtet sich die Menschenmenge. Von Zeit zu Zeit kommt jemand heraus und führt Kinder nach innen. "Klasse 1a?" "Ja!" "Dann kannst du mit mir mitkommen." So geht es eine ganze Weile, bis alle angehenden Schüler nach innen geführt wurden.

Heute ist Schuleinführung. Die BIP Kreativitätsgrundschule hat extra ein Theater angemietet. Die künftigen Viertklässler werden die angehenden Schüler mit einem Tanztheaterstück begrüßen, das es in sich hat. Ein ganzes Schuljahr haben sie geprobt. Gleich werden sich die Türen öffnen und Eltern wie Angehörige von 80 ABC-Schützen in den Saal strömen lassen.

Bereits seit 7 Uhr morgens herrschte auf der anderen Seite des Vorhangs geschäftiges Treiben. Ein so großer Auftritt erfordert präzise Vorbereitung. Eine ganze Menge Veranstaltungstechnik musste in Gang gesetzt werden: Licht, Nebelmaschinenen, Videoeinspielungen. Mehrere Kameras filmen das Stück, um den Augenblick der feierlichen Einschulung festzuhalten.

Es ist schon eine kleine Tradition geworden, dass das Grußwort der Schulleiterin fließend ins Theaterstück übergeht. Der Zuschauer glaubt gerade noch, eine Rede zu hören, befindet sich aber plötzlich bereits mitten in der Handlung des Stückes.

Nach dem unfassbaren Nichts kam vermutlich der Urknall und setzte eine Reihe von Prozessen in Gang. Es dauerte noch eine bedeutende Weile, bis das Leben und schließlich die Musik entstand. Eine verlorene Note, die auf sonderbare Weise aus ihrem Musikstück entschwunden ist, irrt durch die Musikgeschichte. Sie sucht ihr Zuhause und erlebt ... Stopp! Mehr wird nicht verraten. Im Herbst wird das Theaterstück ein weiteres Mal aufgeführt. Dann haben die Eltern, Freunde und Bekannten der mitwirkenden Kinder die Möglichkeit, das Stück zu sehen. Heute war dies den Angehörigen der neuen Schüler vorbehalten.

Nach der Aufführung wandte sich Schulleiterin Silke Kallert noch einmal mit nachdenklichen Worten an die Eltern. Es sei gut, immer für sein Kind da zu sein, dennoch gelte es nun, auch ein Stück weit loszulassen und den Kindern die Chance zu geben, selbstständig zu werden. Alle mussten dann aber wieder schmunzeln, als klargestellt wurde, dass man 80 Kinder jetzt besser nicht länger auf ihre Zuckertüten warten lassen sollte.

Die Schüler der vier neuen ersten Klassen durften endlich die Bühne betreten. Jeder wurde von seinen Klassenleitern offiziell begrüßt. Schließlich überreichten die Viertklässler noch in vollem Kostüm den Kleinen die großen Zuckertüten. Die Schulleiterin lud Eltern, Verwandte und Freunde der Kinder ein, im Anschluss die Schule zu besichtigen und das Schulgelände zu erkunden.

(Karsten Goll)

 

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