Für viele von uns hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass sich zwei Flüssigkeiten stets miteinander vermischen. Aber gibt es auch Kombinationen von Flüssigkeiten, die sich nicht mischen?
Um das zu untersuchen gaben wir so viel Speiseöl in das Glas, dass der Boden daumenbreit bedeckt war. Nun führten wir Leitungswasser hinzu, bis das Glas bis zur Hälfte gefüllt war. Nachdem die Flüssigkeiten ihren Platz gefunden hatten, tropften wir schließlich aus einer Tintenpatrone vorsichtig drei bis vier Tropfen Tinte in das Glas. Was konnten unsere Kinder beobachten? Als das Leitungswasser zu dem Öl hinzugegeben wurde, mischten sich Öl und Wasser kurzzeitig, doch nach einigen Sekunden beobachteten wir, dass sich die entstandene Emulsion wieder trennte. Das Wasser setzte sich im unteren Teil des Glases ab, das Öl schwamm oben. Die zugegebenen Tintentropfen drangen allmählich in das Öl ein, bis sie auf die Grenzfläche von Wasser und Öl stießen, auf der sie lange verharrten. Dabei blieb die kugelige Form des Tropfens erhalten. Nach einiger Zeit durchstießen sie die Grenzfläche, gelangten in das Leitungswasser, in dem sie bis auf den Grund des Glases sanken. Nach weiteren Minuten verteilte sich die Tinte langsam schlierenförmig im Wasser. Die spannende und fabelhafte Reise des Tintentropfens vermittelte unseren Kindern nicht nur ein unvergleichliches ästhetisches Schauspiel, sondern auch wesentliche Informationen über den strukturellen Aufbau, die unterschiedlichen Dichten und das daraus abzuleitende Verhalten von Flüssigkeiten.
(Ines A. Fattah)










