Was passiert, wenn zwei des Lesens noch nicht kundige Raben, zwei Vorschüler und ein "Vorbücherschulwurm" auf ein am Straßenrand liegendes verlorenes Buch treffen und sich gegenseitig überrumpeln wollend im Prahlen, wer besser lesen kann, übertrumpfen?
Die Antwort lautet: Begegnungen mit den gefährlichen Bücherwürmern, mit den Sieben Geißlein, mit einer Weltraumreise zum außerirdischen Mausplaneten, mit Alice im Wunderbett, mit dem allerneuesten Coup der Olsenbande und mit einer ungewöhnlichen Reise, zur Suche nach dem schulischen Ernst des Lebens. Kurz also: Es entwickelt sich eine bunte Welt und letztlich eine Erkenntnis! Genau das ist der Inhalt des diesjährigen neuesten Musiktheaterstückes der 96 Vorschüler der BIP Kreativitätskindertagesstätte Dresden. In nicht einmal sechs Wochen entwickelten und erarbeiteten sie mit ihren Erzieherinnen und Erziehern ein nahezu zweistündiges Bühnenwerk, indem jeder der Mitwirkenden im Rahmen seiner individuellen Förderpraxis ganz bewusste Verantwortlichkeiten als Requisitenbauer, Sänger, Tänzer und kleiner Schauspieler übernahmen. Dass es dabei unzählige erlernte Kompetenzen, wie Wissen, Orientierungs- und Merkfähigkeit, Gestaltungskraft, sprachliche sowie motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten, Kooperationsbereitschaft, Resilienz, Mut, Spielfreude ... sowohl in den Erarbeitungsprozessen als auch bei den Auftritten auf großer Bühne mit jeweils mehr als 150 Anwesenden anzuwenden galt, lässt sich für die, die daran Anteil hatten sowie jene, die ein unvergessliches Bühnenwerk erleben durften, nachvollziehen. Darin eingeschlossen die Großeltern unserer Kinder, die zum Oma-Opa-Tag gekommen waren, um Einblicke in den Alltag und die Förderpraxis ihrer Enkel zu erhalten. Die Begeisterungen und Leistungen der Akteure im Spiel und der tosende und lange Applaus der Zuschauer mündeten in der Erkenntnis: "Bravo, bravo!"
(Helge Hartwig)










